25. November 2021

Weshalb auch bei Deutschlands größter Energiegenossenschaft die Strompreise steigen und die Entscheidung für Prokon dennoch richtig ist

Die Energiepreise steigen seit Wochen kontinuierlich an und ein wirkliches Ende ist noch nicht in Sicht. Allein im Zeitraum Januar bis Oktober 2021 ist der Erdgas-Preis um satte 440 Prozent gestiegen. Die ungewisse Situation verunsichert Verbraucherinnen und Verbraucher. Erste Anbieter melden Insolvenz an und einige Energieversorger stoppen die Aufnahme neuer Kunden. Wir haben mit Frank Kalliora, Leiter des Energiehandels bei der Prokon eG über die Hintergründe dieser Entwicklung gesprochen und was Prokon als Anbieter in diesen Zeiten so besonders macht.

C Frank Kalliora Eh

Warum steigen die Energiepreise in letzter Zeit so rasant?

Das liegt an mehreren Aspekten. Nach den Corona-Lockdowns zieht die Weltwirtschaft wieder an und die Unternehmen fragen mehr Energie nach. Trotz Ausbau der Erneuerbaren Energien wird immer noch ein Großteil des Stroms mit Hilfe von fossilen Rohstoffen produziert und die Nachfrage nach Kohle und Gas ist weltweit gestiegen. Wichtige Gasexporteure wie Russland nutzen die Lieferbeziehungen jedoch auch, um politischen Druck aufzubauen. Gleichzeitig sind die Windverhältnisse in diesem Jahr unterdurchschnittlich, so dass auch weniger Windstrom erzeugt wurde und wird. Der Erdgaspreis hat somit auch unmittelbaren Einfluss auf den Strompreis.

Der Ausbau neuer Erzeugungsanlagen läuft hingegen weiter auf Sparflamme, so dass die Abhängigkeit von den weltweiten Rohstoffmärkten weiterhin deutlich spürbar ist. Hinzu kommt der CO2 -Preis, der Energie aus fossilen Energien zusätzlich verteuert. Erst wenn sich Nachfrage und Angebot wieder einpendeln, wird sich die Lage beruhigen.

Droht Prokon ein ähnliches Schicksal wie z.B. Lition,Smiling Green Energy und Co.? 

Nein. Prokon ist breit aufgestellt und ist ja nicht nur vom Energiehandel abhängig. Zudem haben wir unsere Preise solide kalkuliert und Energiemengen größtenteils langfristig eingekauft. Wir können die kurzfristigen Preisschwankungen somit gut ausgleichen und bleiben ein verlässlicher Energieversorger, der seine Energieprodukte auch weiterhin neuen interessierten Kundinnen und Kunden anbieten kann. Auch bei einer vorrausschauenden Beschaffungsstrategie lässt es sich jedoch nicht vermeiden, Restmengen oder zusätzlichen Strombedarf kurzfristiger einzukaufen. Daher müssen auch wir unseren Preis – möglichst moderat, anpassen.

Prokon produziert doch ihren Windstrom selbst und ist daher nicht vom Gas- oder CO2 -Preis abhängig. Da müsste Prokon Windstrom doch billiger sein?

Ja, man könnte denken, dass wir den Einkaufspreis für Strom selbst bestimmen könnten. Tatsächlich besteht hier aber ein (internes) Kunden-Lieferanten-Verhältnis. Der Windparkbetrieb muss wirtschaftlich arbeiten, um – auch im Interesse der Genossenschaftsmitglieder und des Kilmaschutzes – Erlöse für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine gesunde Unternehmensentwicklung zu erwirtschaften. Würden wir den Einkaufspreis für Strom stark subventionieren, würde das die gesamtunternehmerische Bilanz zu Gunsten von „Dumpingpreisen“ aus dem Gleichgewicht bringen. Somit orientiert sich Prokon beim internen Stromhandel am Marktpreis, der sich an der Strombörse über alle Erzeugungsformen hinweg bildet. Preistreiber für den Marktpreis sind die Beschaffungskosten für fossile Energieträger und der CO2 -Preis. Für sinkende Strompreise ist der Ausbau daher wichtig, damit das Angebot an günstigem Ökostrom steigt und der Marktpreis so wieder sinkt.

Sollte ich jetzt den Stromanbieter wechseln, um Geld zu sparen?

Grundsätzlich sollte jeder in regelmäßigen Abständen seine Energieverträge prüfen. Viele Leute haben noch nie ihren Energieversorger gewechselt, obwohl das risikofrei und einfach möglich ist. Es geht bei einem Anbieterwechsel aber nicht nur um die monetäre Ersparnis. So wie man sich beispielswiese beim Essen fragt, woher es kommt, sollte man sich auch beim Strom fragen, woher er kommt und wie er produziert wird? Und was trägt mein Anbieter zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei? Man kann also auch als Stromkund:in wirksame Entscheidungen treffen.

Prokon bietet nicht nur eine Preisgarantie und eine zuverlässige Belieferung, sondern garantiert zudem auch die 100%ige Herkunft aus den eigenen Anlagen – somit gibt es hier den Strom direkt vom Erzeuger. Wir können also ein qualitativ hochwertiges Ökostromprodukt anbieten und das zu fairen Konditionen und mit einer extra Portion Sicherheit.

Was kann ich noch tun, damit meine Stromrechnung nicht weiter steigt?

Natürlich ist es gut, sich für einen soliden, verlässlichen und vertrauenswürdigen Energieversorger zu entscheiden, der zudem einen echten Beitrag zur CO2 -freien Energieversorgung leistet. Aber der nachhaltigste Konsum ist „kein Konsum“ bzw. ein bewusster oder reduzierter Ressourcenverbrauch. So spart dann nachhaltiges Handeln auch bares Geld. Hier einige Energiespartipps:

  • Kann die Wohlfühltemperatur auch ein paar Grad weniger haben?
  • Kann „Standby“-Strom abgeschaltet werden?
  • Muss es jedes Mal der Wäschetrockner sein oder kann die Wäsche auch an der Luft trocken?
  • Wie effizient sind vorhandene oder neuanzuschaffende Elektrogeräte?
  • Ist es möglich eine eigne PV-Anlage auf dem Dach zu installieren?

Es gibt noch eine Palette an Möglichkeiten, welche zu einer Senkung der Energiekosten führen kann. Einige können Sie hier nachlesen.

Gibt es neben der Belastung der Verbraucherinnen und Verbraucher denn auch Vorteile in dieser Entwicklung?

Ja. Die Konsumentinnen und Konsumenten achten bewusster darauf, was sie einkaufen. Und damit gewinnen die Erneuerbaren Energien an Aufmerksamkeit und Attraktivität. Elektromobilität, Eigenversorgung über Photovoltaik oder Speichertechnologien werden auf einmal wirtschaftlich interessant und gelangen stärker in den Fokus. Bürgernahe nachhaltige Energieerzuger und -versorger wie Prokon rücken verstärkt in die Wahrnehmung. Wir haben spürbar mehr Wechselanträge von Menschen, die sich jetzt bewusst für einen „besonderen“ Strom- und Gasanbieter entscheiden und nachhaltig agieren. Die Prokon eG bietet als Deutschlands größte Energiegenossenschaft eine grüne, faire und zuverlässige Versorgung, bei der die Nachhaltigkeitskriterien an oberster Stelle stehen. Es sollte nicht nur der Preis zählen, sondern immer mehr der Impact im Bewusstsein vorrücken. Das unterscheidet Prokon auch so von anderen Ökostromanbietern.

Für Prokon als Produzent von Ökostrom sind solide Marktpreise zudem die Basis, zukünftig auch ohne Förderung aus der EEG-Umlage auszukommen. Dies zeichnet sich übrigens schon jetzt ab. Die EEG-Umlage, die alle Verbraucher zahlen, um die Erneuerbaren Energien auszubauen, sinkt zum neuen Jahr von aktuell 6,5 Cent auf nur noch 3,723 Cent pro Kilowattstunde, da der Ökostrom aufgrund der gestiegenen Marktpreise weniger Zuschüsse benötigt.