13. Februar 2020

Sturmtief "Sabine" treibt die Stromproduktion in die Höhe

Ein Frauenname ist in aller Munde. Das Sturmtief „Sabine“ hielt Deutschland vier Tage lang in Atem. Es war schon außergewöhnlich, dass ein Sturm über einen so langen Zeitraum mit dieser Intensität über das Land fegt. Stürme mit heftigen Winden treiben naturgemäß die Stromproduktion aus Windkraft an. In Deutschland wurden schon am Sonntag Rekordwerte erreicht, wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mitteilte. Zeitweise seien in Deutschland rund 43,7 Gigawatt Windstrom ins Netz eingespeist worden. Der bisherige Rekordwert lag bei 43,4 Gigawatt. Der Windstrom alleine habe rund 60 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt.

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Dauerhafte Kontrolle und vorausschauende Instandhaltung

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr stammten etwa 43 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus Erneuerbaren Energien und im Jahr 2018 wurden laut dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) im Schnitt 18 Gigawatt Windstrom ins Netz eingespeist.

Für die Mitarbeiter der Datenfernüberwachung der Prokon eG bedeutet solch eine Extrem-Wetterlage eine große Herausforderung. Positiv ist vor allem der hohe Stromertrag, denn an nur einem Tag werden zirka 8 bis 10% der monatlichen Prognoseerwartung erwirtschaftet. Voraussetzung dafür ist allerdings ein guter Zustand der Windenergieanlagen und eine vorausschauende Instandhaltungsstrategie. „Dadurch schützen wir uns vor Schäden und sichern den Betrieb in den ertragreichen Stunden“ berichtet Christian Weiß, Leiter Betriebssupport und Betriebsführung bei Prokon.

Doch der Sturm hat für einen Betreiber von Windenergieanlagen nicht nur positive Seiten. Der personelle Aufwand in der Überwachung und finanzielle Kosten für die Instandsetzung steigen, da die Belastungen für die Maschinen erheblich höher sind. Treten Schäden auf, behindert der Sturm nicht nur die Erreichbarkeit der Anlagen, sondern erschwert auch die Arbeiten in windigen Höhen. Zudem können in dieser Zeit geplante Wartungsarbeiten nicht durchgeführt werden. Darüber hinaus werden Anlagen bei stürmischen Wetterverhältnissen, wie „Sabine“ sie mit sich bringt, auch von den Netzbetreibern runtergeregelt. Nur weil viel Wind weht, kann nicht unbedingt mehr Windstrom in die Netze eingespeist werden. Denn oft „verstopft“ Strom von konventionellen Kohle- oder Kernkraftwerken die Netzkapazitäten, da diese Anlagen nicht so spontan und flexibel heruntergeregelt werden können, wie Windenergieanlagen.

Für die Prokon-Mitarbeiter des Bereiches „Service, Betrieb und Wartung“ bedeutet ein Sturmtief einen erheblichen Mehraufwand, da die Personaldecke in Spitzenzeiten aufgestockt werden muss. Letztendlich zahlt sich dies aber durch eine erhöhte Stromproduktion aus. Wurde dieser Tage viel über „Sabine“ geklagt, so sorgte die wilde Dame durch ihre stürmischen Winde in der gesamten Republik für die Produktion großer Mengen echten Ökostroms.