12. November 2019

Prokon-Windpark Oldendorf erhält Zuschlag

Ein neuer Prokon-Windpark im schleswig-holsteinischen Oldendorf hat im Rahmen des jüngsten Ausschreibungsverfahrens der Bundesnetzagentur grünes Licht erhalten. Prokon konnte sich den Zuschlag mit dem Höchstgebotswert sichern. Erste vorbereitende Maßnahmen für den Bau zweier Anlagen mit jeweils 4,2 Megawatt Leistung finden noch in diesem Jahr statt. Der eigentliche Baubeginn ist für den Sommer 2020 geplant.

191112 Bundesnetzagentur Schild C

Ausschreibung wieder stark unterzeichnet

Die Gemeinde Oldendorf im Kreis Steinburg (Schleswig-Holstein) liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Itzehoer Hauptsitz der Prokon Genossenschaft. Diese örtliche Verbundenheit verleiht dem Projekt einen besonderen Stellenwert. „Wir sind natürlich immer froh, wenn wir den langwierigen Genehmigungs- und Ausschreibungsprozess für ein Projekt erfolgreich abschließen können“, meint Prokon-Vorstandsmitglied Henning von Stechow dazu, „das Windenergieprojekt Oldendorf nahezu in Sichtweite zur Unternehmenszentrale realisieren zu können, freut uns aber natürlich ganz besonders.“ Nach dem Spatenstich im Sommer nächsten Jahres soll auch die Inbetriebnahme noch bis Ende 2020 erfolgen.

Seit 2017 sind alle Akteure, die die Errichtung von Windenergieanlagen in Deutschland planen, dazu verpflichtet, sich zunächst im Rahmen einer Ausschreibung auf einen Zuschlag zum Bau von Windenergieanlagen zu bewerben. In diesem Zusammenhang müssen eine Reihe von Formatvorgaben eingehalten und eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erlangt werden. Zudem gilt es, ein Gebot für einen „anzulegenden Wert“ abzugeben, der sowohl höchstens dem von der Bundesnetzagentur festgelegten Maximalwert für Gebote in der aktuellen Ausschreibungsrunde entspricht, als auch niedrig genug sein sollte, um Wettbewerber zu unterbieten. Dabei darf gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht gefährdet sein. Der „anzulegende Wert“ hat unmittelbaren Einfluss darauf, wie viel Umsatz mit dem erzeugten Strom des Windparks in Zukunft gemacht werden kann.

Viele potenzielle Projektentwickler kommen erst gar nicht dazu, sich an einer Ausschreibungsrunde zu beteiligen. Erforderliche Genehmigungen (z.B. nach dem BImSchG) werden immer seltener erteilt und schon im Vorlauf zur Ausschreibung kommt es immer wieder zu Klagen von Bürgern und verschiedenen Naturschutzverbänden. Projektentwickler hält das davon ab, im Prozess voranzuschreiten. So wurde auch in dieser Zuschlagsvergabe mit lediglich 25 Geboten von in Summe 204 MW nur auf etwa ein Drittel der ausgeschriebenen 675 MW geboten. Alle Gebote bekamen einen Zuschlag und wären nur bei Formfehlern ausgeschlossen worden. Eine derartige „Unterzeichnung“ ist für Prokon in diesem Fall von Vorteil, da in Folge dessen ein Zuschlag mit dem höchstmöglichen Gebot erreicht werden konnte. Für die Branche ist es jedoch symptomatisch für die äußerst schwierigen strukturellen Bedingungen.