14. Mai 2021

Mythen der Windenergie – ein wissenschaftlicher Faktencheck

Um die Windenergie kursieren etliche, teilweise auch äußerst bedenkliche und haltlose Behauptungen, deren Wahrheitsgehalt Prokon stets hinterfragt und um deren Aufklärung bemüht ist. Vor allem bei den Windkraftgegnern gibt es oft nur schwarz oder weiß, und damit machen es sich die Gegner sehr einfach. Das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ nahm die Argumente der Windkraftgegner in der neuesten Podcast-Folge der „Science-Cops“ unter die Lupe.

Die aktuelle Folge der „Science Cops“ widmet sich den Behauptungen der Anti-Windkraft-Initiative „Vernunftkraft“. Eine Folge, die vor allem eines lehrt: das große Ganze zu betrachten. Wir gehen auf wichtige Punkte des Quarks-Beitrags ein und betrachten die Behauptungen auch aus unserer Perspektive.

Mythen

Behauptung 1: Windenergieanlagen zerstören Waldflächen und bedrohen die Tierwelt

Generell gilt für jedes Bauwerk, egal ob Geschäftsgebäude, Industrieanlage oder Windkraftanlage, dass die Errichtung einen Eingriff in die Natur darstellt. Jedes dieser Bauprojekte unterliegt bestimmten Regularien – die bspw. sogenannte Ausgleichsmaßnahmen fordern.

Prokon nimmt diese Anforderungen sehr ernst und entwickelt für jedes Bauprojekt gewissenhaft Maßnahmen in direkter Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und Behörden. Bei der Errichtung des Windparks Schönwalde-Altenkrempe wurden beispielsweise alle Maßnahmen von der Unteren Naturschutzbehörde beratend und prüfend begleitet. Da die neuen Anlagen im Verbreitungsgebiet der geschützten Haselmaus errichtet werden sollten, wurden 284 Meter Knick* mit artenreicher, heimischer Bepflanzung neu angelegt. (*Knicks sind dichte, mit strauchartigen Gehölzen bewachsene, Erdwälle und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenwelten). Um diese Maßnahmen planen und umsetzen zu können, verfügt Prokon über eine eigene Abteilung für den Natur- und Artenschutz. 

Behauptung 2: Windkraft macht krank

Eine der weitverbreiteten Aussagen über die Gefahren der Windkraft, ist die über die angeblichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Infraschall. Infraschall wird aber keineswegs nur von Windrädern verursacht. Infraschall kommt überall in der natürlichen und technischen Umgebung vor, welcher wir täglich ausgesetzt sind. Der Wind, das Meer und auch Kraftfahrzeuge erzeugen Infraschall, teilweise auch weit über der 65-Dezibel-Marke, welche der durchschnittliche Wert für Windkrafträder ist.

Dennoch gilt dieser Punkt immer wieder als Gegenargument für den Ausbau von Windenergieanlagen. Studien beweisen, dass es kaum signifikante gesundheitliche Auswirkungen bei Personen, die dem Infraschall direkt ausgesetzt waren, gab. Die Science Cops thematisieren zudem einen weiteren interessanten Blickwinkel in der Auseinandersetzung, dem man deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Dem Nocebo-Effekt, der bei den Betroffenen gewisse Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwindel allein durch die Verbreitung von Fehlinformationen auslösen kann. 

Behauptung 3: Windenergieanlagen sparen kein CO2

Windenergieanlagen sparen kein CO2 und sorgen gleichzeitig für die Abholzung von Wäldern, welche deutlich mehr COumwandeln könnten. Zu dieser Aussage hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits eine Klarstellung in ihrem Faktencheck veröffentlicht: Eine Windenergieanlage hat nach etwa drei bis sieben Monaten schon so viel Energie erzeugt, wie für ihren Bau, Betrieb und Rückbau benötigt wird und produziert ab diesem Punkt für mindestens 20 Jahre lang sauberen Strom, welcher frei von CO– Emissionen ist.

Die Podcaster entkräften zudem den Vorwurf, dass für diese Windenergieanlagen extra Wälder abgeholzt werden, mit einer vereinfachten Rechnung. So kommen sie auf das Ergebnis, dass ein Windrad mehr CO2 einspart, als Bäume auf der gleichen Fläche der Atmosphäre entnehmen. Wir wollen hierbei aber betonen, dass eine solche Gegenrechnung nur hypothetisch ist. Weder werden für Windparks im Wald immense Flächen abgeholzt, noch werden Anlagen in Urwälder oder geschützte Natur gebaut. Wenn überhaupt notwendig, werden diese in Wirtschaftswälder gesetzt. 

Diese und weitere durchaus spannenden Betrachtungsweisen legen die Science Cops Jonathan und Max in ihrer aktuellen Folge dar. Wir legen jedem ans Herz sich einmal konstruktiv und intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und sich diesen Podcast anzuhören. Überall kostenlos zu hören, wo es Podcast gibt und auf www.quarks.de/science-cops