3. März 2020

Mit der Kraft der Sonne neu gestartet

Viele unserer Mitglieder sind stetig auf der Suche nach Wegen, sich auch über die Prokon-Mitgliedschaft hinaus für den Klimaschutz einzusetzen. Eines dieser Mitglieder ist Hans Peter Wolber. Er entschied sich vor einiger Zeit, sein Haus mit Solar-Panels auszustatten und so noch stärker zur dezentralen Energiewende beizutragen. Nach einigen Monaten des Betriebs sind seine Familie und er so zufrieden, dass er auch andere von diesem Vorhaben überzeugen möchte. Aus diesem Anlass hat Herr Wolber uns einen Erfahrungsbericht geschickt, den wir gerne mit Ihnen teilen möchten:

200302 Pv Story Winkend C

"Ich kann dieses Projekt jedem ans Herz legen"

Ende 2018 kauften meine Familie und ich ein altes Haus. Für uns eine praktische Lösung. Wir mussten nicht alles neu planen, trotzdem erlaubte uns der allgemeine Renovierungsbedarf, gleich die nötigen Änderungen vorzunehmen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden, die drei Kinder mit sich bringen. Es bedeutete aber auch: Die alte Gasheizung musste ersetzt werden. Der Installateur empfahl uns, eine kleine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung zu installieren. Eine tolle Idee! Den Gedanken, die Sonne als Energiequelle zu nutzen, wollten wir aber gründlich durchdenken. Das Ergebnis unserer Überlegungen war dann nicht nur die Umsetzung einer Anlage für die Wärmeversorgung, sondern gleich die Planung einer Photovoltaik-Anlage, die zusätzlich noch unsere Stromversorgung übernehmen sollte. Für die Warmwasserversorgung nutzten wir also vorsorglich erst einmal die „schlechtere“ Dachseite nach Nordwest. Dann sollte es an das größere Projekt gehen.

Als Prokon-Genossenschaftsmitglieder erinnerten wir uns, dass Prokon als Ansprechpartner für solche Vorhaben bereitsteht. Nach einem kurzen Telefonat wurden wir mit einer Partnerfirma in Kontakt gebracht, die viel Erfahrung mit der Planung und dem Bau von kleinen bis großen Photovoltaik-Anlagen vorweisen kann. Bei einem Termin bei uns zu Hause besprachen wir unser Projekt und ein Experte erläuterte mit Fachwissen und Anekdoten die kommenden Handlungsschritte. Nicht lange und die ersten Arbeiten begannen. Die Aufdachmontage über den Ziegeln erfolgte zügig mit erfahrenen Kräften. Bei den Installationsarbeiten tauschte der Elektriker alte Sicherungen, die nicht mehr der Zeit entsprachen, direkt mit aus. Am Ende passte dann sogar noch ein Modul mehr neben eine Gaube als anfangs gedacht – ein Dach von innen zu vermessen und Verschattungen am Computer zu berechnen, ist eben nicht dasselbe wie der persönliche Blick vom Experten auf die Dachfläche!

Nach einigen Monaten Betrieb können wir nun eine erste Bilanz ziehen. Der Einbau eines Batteriespeichers sorgt dafür, dass wir auch dann selbst produzierten Strom nutzen können, wenn die Sonne lange untergegangen ist. Über den Verlauf der letzten Monate konnten wir so, trotz des Winters, unseren eigenen Strombedarf fast komplett decken. Nur ein Minimalbetrag muss noch aus dem Netz bezogen werden, weil Wechselrichter und Speicher immer ein paar Millisekunden brauchen, wenn zum Beispiel ein Küchengerät eingeschaltet wird. Das Gerät selbst soll aber selbstverständlich ohne Verzögerung starten. Ein großer Vorteil ist unser Zwei-Richtungs-Stromzähler mit App-Unterstützung. So haben wir immer den Überblick darüber, wie viel unseres eigenen Stroms wir nutzen und wie viel wir zusätzlich beziehen.

In unserem Fall erkennen wir schon jetzt die lohnende Investition. Zusätzlich zu dem guten Gewissen, keinen Kohle- oder Atomstrom mehr zu verbrauchen, sind wir auch finanziell sehr zufrieden. Natürlich bedurfte ein solches Projekt erst einmal einer hohen Netto-Investition von etwa 15.000 Euro. Dem gegenüber stehen aber nicht nur die großen Ersparnisse bei der Summe, die wir sonst unserem Stromversorger zahlen würden, sondern auch die Einnahmen aus unserem ins Netz eingespeisten Strom. Unsere PV-Anlage deckt nämlich nicht nur unseren eigenen Verbrauch. In Spitzenzeiten können wir auch Strom ans Netz „verkaufen“. Die Kombination dieser Faktoren bringt uns einen höheren Ertrag als bei vergleichbaren Kapitalanlagen. Dabei nicht zu vergessen: Unsere App zeigt bereits jetzt rund zwei Tonnen eingespartes Kohlendioxid. Welchen Wert die haben, werden wir sicher in ein paar Jahren erfahren!

Für mich war und ist dieses Projekt eine spannende, rundum zufrieden stellende Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Sonnige Grüße,

Nisha Suman, Hans Peter Wolber mit Familie