28. August 2018

Biogas ist Klima- und Trinkwasserschutz

Das Kerngeschäft der Prokon eG ist nach wie vor die Windenergie. Für eine nachhaltige Energiezukunft auf Grundlage erneuerbarer Energien ist es jedoch wichtig, dass ein zuverlässiger Mix aus regenerativen Energiequellen im Strom- und Wärmebereich bereitsteht, sodass eine Versorgung zu jederzeit gewährleistet werden kann. Nach ausführlicher Prüfung hat sich die Prokon eG dazu entschlossen, in eine Biogasanlage zu investieren. Biogasanlagen gibt es bereits seit Jahrzehnten und mittlerweile ist die Technik zuverlässig nutzbar. Die erste mit Prokon umgesetzte Anlage im Landkreis Diepholz, Niedersachsen soll dabei nicht nur das Klima schützen, sondern auch das Trinkwasser.


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Sie ist speziell für die Verwendung von Gülle ausgelegt, die aus nahegelegenen Ställen für Rinder, Schweine und Geflügel angeliefert wird. Es werden für die Gaserzeugung entsprechend keinerlei Nahrungs- und Energiepflanzen benötigt. Bis zu 100 Tonnen Gülle können hier täglich in Gas umgewandelt werden. Eine spätere Erweiterung der Kapazität auf 200 Tonnen ist möglich.

Seit einiger Zeit wird in Deutschland viel über die Nitratbelastung des Trinkwassers berichtet. Die intensive Düngung mit Gülle ist einer der Hauptgründe für diese Belastung. Diese wird oft nur oberflächlich ausgebracht und kann daher vom Regen ausgewaschen werden und über Entwässerungsgräben langsam ins Grundwasser und damit ins Trinkwasser gelangen. Um schädliche Nitrate aus dem Trinkwasser herauszufiltern, sind aufwendige und teure Verfahren notwendig. Daher gibt es mittlerweile verschärfte Regeln zum Düngen mit Gülle, aufgrund derer es eine Überproduktion von Gülle gibt, die durch solche Biogasanlagen wie von der Prokon eG geplant abgefedert werden können.

Wird Gülle in einer Biogasanlage in Biogas umgewandelt, bleibt ein sogenannter Gärrest zurück. Dieser kann ebenso als Dünger verwendet werden und wird im Gegensatz zur Gülle selbst wesentlich besser von den Pflanzen aufgenommen. Der Gärrest wird nicht so leicht durch Regen ausgespült und gelangt somit nicht ins Trinkwasser. Auch die Geruchsbelastung durch Gärrest ist wesentlich geringer.

Unser Projekt im Landkreis Diepholz ist durch den günstigen Rohstoff und die ausgereifte Technik sehr wirtschaftlich. Biogas in Erdgasqualität ist ein Wachstumsmarkt und durch langfristige Gasabnahmeverträge wird eine solide Einnahmequelle für die nächsten zehn Jahre gesichert. Bei der Umsetzung des Projekts arbeitet die Genossenschaft mit einem sehr erfahrenen Unternehmen zusammen, von dessen Expertise wir profitieren können. Dennoch sehen wir Biogas zumindest vorerst nicht als eigenes Geschäftsfeld, denn die guten Voraussetzungen dieses Projekts sind nicht überall gegeben. Biogasanlagen können jedoch ein Baustein sein, um die Energieversorgung durch erneuerbare Energien sinnvoll zu ergänzen und die naturgemäßen Produktionsschwankungen im Bereich von Windenergie- und Photovoltaikanlagen auszugleichen. Biogasanlagen sind daher oft Bestandteil so genannter virtueller Kraftwerke, mit denen trotz der natürlichen Schwankungen in der Produktion durch Sonne und Wind exakt so viel Strom geliefert werden kann, wie benötigt wird. Solche virtuellen Kraftwerke sind ein weiteres wichtiges Element für eine nachhaltige Energiezukunft.

Die geplante Biogasanlage soll bei normalem Verlauf voraussichtlich Mitte 2019 in Betrieb gehen und leistet fortan einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Klima- und Trinkwasserschutz.