PROKON in den Medien

Presseanfrage der Wirtschaftswoche vom 21.01.2013

23.01.2013

Nachdem wir in der letzten Woche ausführlich unsere Antworten auf Fragen des Magazins ZDF WISO veröffentlicht haben, erreichte uns am 21.01.2013 eine Anfrage der Wirtschaftswoche.

Über die Hintergründe, warum PROKON gerade jetzt für die Medien wieder interessant sein könnte, haben wir uns ausführlich Gedanken gemacht und diese zusammen mit unseren Antworten an die WISO-Redaktion veröffentlicht. Auch unsere Antworten an die Wirtschaftswoche möchten wir an dieser Stelle für die Öffentlichkeit zugänglich machen, so dass Sie jederzeit nachprüfen können, welche Fragen gestellt, welche Antworten gegeben und ob diese von der Wirtschaftswoche verändert oder gekürzt wurden.

Der Jahresüberschuss des Geschäftsbereichs Wind für das Jahr 2011 setzt sich aus dem  Ergebnis des Geschäftsbereichs Wind sowie Zinszahlungen der Geschäftsbereiche Biogene Kraftstoffe und Biomasse zusammen. Wieso wird bei der Berechnung des Jahresüberschusses nicht der negative Überschuss aus dem Geschäftsbereich Biogene Kraftstoffe berücksichtigt?

Warum fließen die  Zinszahlungen aus dem  Segment  Biogene Kraftstoffe  mit in die Berechnung des Jahresüberschusses  des Geschäftsbereichs Wind (aus dem die Auszahlungen an die Anleger geleistet werden) ein, wo doch die Bioölmühle Magdeburg mehrheitlich zur Unternehmensgruppe gehört? Ist es nicht vielmehr so, dass die Zinszahlungen des Segments Biogene Kraftstoffe bei diesem zu einer Ausgabe und bei dem Segment Wind zu einer Einnahme führen – so dass die Zinszahlung für die Prokon-Unternehmensgruppe als Ganzes ein Nullsummenspiel darstellt?

Warum kalkulieren Sie Zinszahlungen aus dem Geschäftsbereich Biogene Kraftstoffe in die Berechnung des Jahresüberschusses (aus dem die Zinszahlungen für die Anleger geleistet werden) ein, obwohl dieser keinen Überschuss erzielt und folglich die Zinszahlungen nicht aus dem Überschuss bedienen kann?

Da diese 3 Fragen thematisch zusammengehören, möchten wir sie auch entsprechend als Einheit beantworten.

Zunächst einmal muss man wissen, dass bis zum Jahresende 2011 die PROKON Genussrechts­gesellschaft den Bereich Biogene Kraftstoffe finanziert hat, indem sie Genussrechtskapital in Form von Darlehen und Übernahme von Genussrechten in die Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH  investiert hat. Die Genussrechtsgesellschaft war Mehrheitsgesellschafterin der Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH und erhielt von ihr Zinsen für das Genussrechtskapital. Mittlerweile ist die Genussrechtsgesellschaft alleinige Gesellschafterin der Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH.

Bei einer oberflächlichen Betrachtung der Zahlen könnte der Eindruck entstehen, dass im Geschäftsbereich Biogene Kraftstoffe keine ausreichende Liquidität erwirtschaftet wurde, um Zinsen an die Genussrechtsgesellschaft zu zahlen. Im Geschäftsbericht 2011 haben wir auf Seite 37 einen negativen Überschuss dieses Geschäftsbereichs in Höhe von 11,9 Mio. Euro für das Jahr 2011 ausgewiesen. Gleichzeitig wurde Zinsen an die Genussrechtsgesellschaft in Höhe von 7,1 Mio. Euro gezahlt, ausgewiesen im Punkt „Internes Finanzergebnis“. Wie Sie der Fußnote 5 zu derselben Tabelle entnehmen können, standen dem Jahresfehlbetrag zum einen Rücklagen und Gewinnvorträge aus den Vorjahren gegenüber, was auch aus den kumulierten Werten der Jahre 2000 bis 2011 auf Seite 38 des Geschäftsberichtes 2011 ersichtlich ist. Darüber hinaus waren öffentliche Fördermittel und Investitionszulagen vorhanden, worauf ebenfalls in der Fußnote 5 zur Tabelle hingewiesen wird. Diese Fördermittel und Investitionszulagen waren fest zugesagt. Sie sind in einer Gesamthöhe von ca. 18 Mio. Euro im Rahmen der Investitionstätigkeiten der Bio-Ölwerk Magdeburg  GmbH auch ausgezahlt worden. Weitere 7 Mio. Euro Fördergelder sind zu einem späteren Zeitpunkt für die Erweiterungsinvestitionen des Bio-Ölwerks um eine Extraktionsanlage geflossen. Die Fördermittel und Investitionszulagen können Sie der Bilanz der Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH entnehmen, die wir Ihnen bei Bedarf zur Verfügung stellen. Sollte sich hinter Ihrer Frage die versteckte Unterstellung verbergen, dass die Zinszahlungen aus dem Bereich Biogene Kraftstoffe durch neue Darlehen der Genussrechtsgesellschaft an die Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH finanziert wurden, so ist dies hiermit nachweisbar widerlegt. Liquiditätszuflüsse aus Fördermitteln und Investitionszulagen dürfen in einer Bilanz nicht als Ertrag ausgewiesen werden, sondern sie werden zusammen mit dem Anlagevermögen aufgelöst und abgeschrieben. Die Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH verfügte somit aber über ausreichende Liquidität, um die Zinsen an die Genussrechtsgesellschaft zu leisten, ohne dass es dadurch zu einem Substanzverzehr gekommen ist oder dafür neue Genussrechtsdarlehen notwendig gewesen wären, denn den Fördermitteln und Investitionszulagen stehen entsprechende Sachwerte in Form der neuen Extraktionsanlage gegenüber.

Wie Sie der Tabelle auf Seite 37 des Geschäftsberichts 2011 ebenfalls entnehmen können, wird das interne Finanzergebnis über alle Geschäftsbereiche mit 0,0 Euro ausgewiesen. Der Jahresfehlbetrag im Bereich Biogene Kraftstoffe wurde also sehr wohl berücksichtigt.

Zugegebenermaßen hatte der Biodieselmarkt in Deutschland in den letzten Jahren aufgrund der wechselhaften Steuerpolitik  erhebliche Überkapazitäten aufgebaut, da viele Unternehmen in diesen Bereich investiert hatten. Als die von der Mineralölsteuer befreiten biogenen Kraftstoffe ab 2009 plötzlich mit einer neuen Energiesteuer belastet wurden, brach der Markt für Reinkraftstoffe (Pflanzenöl) zusammen. Diesen Herausforderungen haben wir uns gezielt gestellt, indem wir das Werk in Magdeburg mit einer Extraktionsanlage auf den neusten Stand der Technik gebracht haben. Die Extraktionsanlage versetzt uns in die Lage, das für die Kraftstoffproduktion benötigte Pflanzenöl selbst herstellen zu können. Dadurch ist es uns gelungen, mit der Verarbeitung von ca. 15 % der deutschen Rapsernte zum größten Ölsaatenverarbeiter Ostdeutschlands zu werden und bei einer Verarbeitungskapazität von jetzt 750.000 t Rapssaat die Ölausbeute je Tonne Saat um ca. 45 kg zu erhöhen. Dies bedeutet  bei einem Preis von fast 1.000 Euro je Tonne Pflanzenöl einen Mehrertrag von ca. 30 Mio. Euro pro Jahr. Darüber hinaus sind wir nicht mehr von der politischen Entwicklung im Sektor der Biogenen Kraftstoffe abhängig, da im Bio-Ölwerk nun auch hochwertiges Lebensmittelöl produziert werden kann.

Laut ihrer Internetseite hat der Geschäftsbereich Wind in den ersten neun Monaten des  Jahres 2012 inklusive der Zinszahlungen durch die anderen Segmente einen Jahresüberschuss von  24 Millionen Euro erwirtschaftet.  Im selben Zeitraum wurden Zinszahlungen an Anleger  im Umfang von 52,6 Millionen Euro getätigt. Wieso konnten Sie die Zinsen in dieser Höhe ausschütten, wenn der Überschuss nicht einmal halb so hoch war?

Sie verweisen auf ihrer Internetseite auf Rücklagen aus stillen Reserven in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Müssten Sie diese nicht auflösen – beispielsweise durch den Verkauf von Windparks – um Einnahmen zu erzielen, aus denen Sie die Zinsen hätten bedienen können?

Es ist richtig, dass stille Reserven eigentlich erst mit dem Verkauf der Windparks liquiditätswirksam werden. Umgekehrt führen sie aber auch ohne Veräußerung zu einer Wertsteigerung des Anlage-vermögens. Das Anlagevermögen der Genussrechtsgesellschaft stellt den Gegenwert der eingezahlten Genussrechte dar.  Umgekehrt unterliegt das Anlagevermögen auch der normalen  Abnutzung, der man mit der Abschreibung Rechnung trägt.

Um den Wert des Genussrechtskapitals zu erhalten, müssten in Höhe der Abschreibungen neue Investitionen in Sachwerte getätigt werden. Die dafür benötigte Liquidität würde also aus der Genussrechtsgesellschaft abfließen. Da in unserem Falle den Abschreibungen aber stille Reserven gegenüberstehen, sind zum Ausgleich der Abschreibungen keine Neuinvestitionen nötig. Die Abschreibungen werden durch die Aufdeckung stiller Reserven kompensiert. Die Liquidität steht somit für die Zinszahlungen und die Anleger zur Verfügung, ein Verkauf von Windparks ist dafür nicht notwendig und auch nicht vorgesehen.

Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass die von Ihnen betrachteten Zahlen für den Zeitraum bis Ende September 2012 gelten. Die hier ausgewiesenen Zinszahlungen beinhalten bereits die für den Zeitraum Juli bis September 2012 entstandenen Zinsansprüche der Anleger, die aber erst zum Zinstermin im Januar 2013 fällig wurden. Sie wurden in diesen Wochen ausgezahlt bzw. den Anlegern, die sich für eine automatische Wiederanlage entschieden haben, in Form neuer Genussrechte gutgeschrieben. Da die Winderträge im Zeitraum von Oktober bis Dezember aufgrund der üblichen besseren Windverhältnisse des letzten Quartals noch deutlich zugenommen haben, hat sich auch die Einnahmenseite noch einmal verbessert.

Auf ihrer Homepage geben Sie an, dass der geplante Windpark Freesenheede einen  Verkehrswert von 2,6 Millionen Euro hat. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? Amtsträgern der Samt­gemeinde Barnstorf zufolge ist nicht geplant, in Freesenheede – insbesondere dort wo Prokon sich durch Pachtverträge bereits Flächen gesichert hat – Flächen für  Windparks auszuweisen. Ursächlich hierfür sind der Gemeinde zufolge, Naturschutzgründe als auch dass der Mindest­abstand zu anderen Windenergieanlagen nicht eingehalten werden kann.

Prokon plant, in Ovelgönne zwei Windparks. Auf ihrer Internetseite schrieben Sie, dass zum 30.11.2011 in die beiden Windparks bereits Genussrechtskapital im Umfang von 5,3 Millionen Euro investiert wurde (4,4 Mio. Euro in Ovelgönne I; 0,9 Mio. Euro in Ovelgönne II). Einige Monate später schreiben Sie auf ihrer Internetseite, dass zum 30.6.2012  in die beide Parks Genussrechtskapital im Umfang von 1,8 Millionen Euro investiert wurde (1,8 Mio. Euro in Ovelgönne I; 0,07 Mio. Euro in Ovelgönne II). Können Sie diesen Widerspruch erklären?

Gehen Sie davon aus, dass Sie die beiden Windparks noch realisieren können? Unseren Recherchen zufolge ist es noch unklar, wo in Ovelgönne Windparkflächen ausgewiesen werden.

Einleitend zu Ihren Fragen bezüglich unserer geplanten bzw. der sich in Planung befindlichen Projekte möchte wir kurz auf  das Planungsprocedere in Deutschland eingehen.

Von der ersten Idee bis zur Errichtung eines Windparks vergehen heute 4 bis 10 Jahre. Wie schnell sich ein Projekt umsetzen lässt, ist davon abhängig wie schnell eine Fläche als Eignungsgebiet zugelassen wird, wie die Einigung mit den Grundstückseigentümern verläuft und wie viel Zeit das Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) in Anspruch nimmt.  Insofern sind Vorhersagen über einen Zeitraum von mehreren Jahren bei sämtlichen Planern immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Speziell in Freesenheede und Ovelgönne ist uns die ablehnende Haltung einzelner Amtsträger in den Gemeinden schon seit langem bekannt. Es liegen für alle genannten Flächen Pachtverträge vor und befinden sich auch in der Bauleitplanung der Gemeinden. Inwieweit sich diese Planungen bei den Gemeinden weiter verfestigen, kann an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden. Nach Offenlegung der Planungen durch die Gemeinde sowie der fachlichen Einschätzung durch uns ist die Wahrscheinlichkeit der städtebaurechtlichen Durchsetzung bei beiden Projekten als hoch zu bewerten. Auf der Grundlage des derzeitigen Planungsstandes gehen wir somit weiterhin davon aus, die Projekte realisieren zu können. Dass einzelne Amtsträger gelegentlich andere Flächenverfügbar­keiten oder andere Planungsüberlegungen in den Fokus bringen, ist bundesweit kein Sonderfall. Einschlägige Urteile zeigen aber oft, dass eigenständige politische Überlegungen regelmäßig zu Planungsfehlern der Gemeinden und dadurch teils zur Nachbesserung oder sogar zur Unwirksamkeit von Flächennutzungsplanungen führen. Auch wenn es natürlich nicht in unserem Interesse liegt, Windparkprojekte gegen den Willen der Gemeinden umzusetzen, so ist dies jedenfalls dann möglich und wird von uns auch durchgesetzt, wenn alle sachlichen, d. h. alle genehmigungsrechtlichen und planerischen Voraussetzungen für eine Genehmigung des Windparks erfüllt sind und lediglich einzelne Amtsträger aus persönlichen Gründen und u. a. durch Mobilisierung der Medien aktive Verhinderungspolitik betreiben. Für beide Standorte liegen Potenzialstudien vor, die die Nutzbarkeit der Flächen für Windenergie bestätigen.  Von Seiten der Gemeinden sind unsere vorgebrachten Belange zur Bauleit­planung im Rahmen des gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsverfahrens jedoch seit Frühjahr 2011 nicht beantwortet worden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir sowohl aufgrund der angerissenen Situation vor Ort als auch aus wettbewerblichen Gründen keine detaillierteren Auskünfte zum Stand der Planungen geben.

Grundsätzlich spiegelt die Bewertung der von uns ausgewiesen, in der Planung befindlichen Projekte den Wert wider, den ein Dritter für die einzelnen Projekte in dem jeweiligen Planungsstadium zahlen würde. Bis zum letzten Jahr hat die Genussrechtsgesellschaft sämtliche Windparks schlüsselfertig von der PROKON Planungsgesellschaft (PROKON Energiesysteme GmbH) erworben. Wie bei einem Haus, bei dem sich der Marktwert ja nicht nur aus dem Wert der Steine, sondern auch aus der Planungsleistung des Architekten und der Lage des Grundstückes ergibt, verhält es sich auch bei Windparks. Wenn also in der Vergangenheit die Genussrechtsgesellschaft einen Windpark erworben hat, hat sie einen Preis gezahlt, den jeder andere Marktteilnehmer auch hätte zahlen müssen. Die Genussrechtsgesellschaft darf die Windparks jedoch nur zu dem reinen Materialwert (Herstellungskosten) bilanzieren. Um den durch die Planungsleistungen und die Standortwahl erzeugten Mehrwert trotzdem sichtbar zu machen, wird er in unseren Veröffentlichungen als so genannte stille Reserve ausgewiesen. Bei fortgeschrittenen Projekten beinhalten diese in der Regel zusätzlich bereits geleistete Zahlungen z. B. für Wegebau, Fundamente, Umspannwerk, Anzahlungen für die Windenergieanlagen etc. Dementsprechend kann es zu unterschiedlichen Zeitpunkten je nach Planungs-stand der Projekte zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, da hier der Fortschritt in der Projektentwicklung genauso berücksichtigt wird wie plötzliche Unwägbarkeiten, die die Realisierung eines Vorhabens erschweren können. Zusätzlich zu den in unseren Übersichten aus-gewiesenen Projekten befinden sich weitere Windparks mit mehr als 7.000 MW Nennleistung in der Planung, die ebenfalls stille Reserven der Genussrechtsgesellschaft darstellen. Wie bereits oben erläutert, erfolgt die Bewertung der Windparks von uns nicht willkürlich, sondern zu drittvergleichbaren Marktpreisen, die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer von der Genussrechtsgesellschaft nachzuweisen und vom Wirtschaftsprüfer auf Plausibilität geprüft werden.

Laut dem Geschäftsbericht der Prokon Projektierungs- und Betriebsführungsgesellschaft für regenerative Energiesysteme mbH von 2010 plante Prokon 2011 und 2012 in Deutschland 26 und in Polen etwa 78 Windenergieanlagen in Betrieb zu nehmen. Laut ihren eigenen auf der Prokon-Homepage gemachten Angaben wurden in Deutschland 2011 und 2012 allerdings lediglich  15 Windenergieanlagen in Betrieb genommen. In Polen waren es 23. Warum wurden deutlich weniger Windenergieanlagen in Betrieb genommen als noch Ende 2010 geplant?

Keines der  Windräder in Deutschland, die laut ihren eigenen Angaben im Jahr 2010 zwei Jahre später (also 2012) in Betrieb genommen werden sollten, haben ihren Betrieb aufgenommen. Was ist der Grund?

In den in beiden Fragen dargestellten Planabweichungen spiegelt sich das von uns oben skizzierte Szenario der Planungsphase eines Windparks wider. Dementsprechend wurden Investitionen in den Bereichen Biomasse und Biogene Kraftstoffe vorgezogen.  Außerdem wurden, neben den von Ihnen erwähnten realisierten Projekten im Windbereich,  im letzten Jahr Bankdarlehen für Windparks in Höhe von ca. 90 Mio. Euro vorzeitig abgelöst und damit zusätzliche Investitionen im Windbereich getätigt. Diese Summe entspricht dem Volumen von 30 realisierten Windenergieanlagen. Dadurch haben wir nicht nur eine höhere Sicherheit für unsere Anleger geschaffen, sondern gleichzeitig zusätzliche liquide Mittel gewonnen, da die Banken für ihre Darlehen niedrigverzinste Liquiditätsreserven in Millionenhöhe verlangten, die mit Ablösung der Bankdarlehen aufgelöst werden konnten. Eine weitgehend bankenunabhängige Finanzierung unserer Projekte ist aus unserer Sicht insbesondere deshalb eine Erhöhung der Sicherheit für unsere Anleger, weil damit die Banken keine Zugriffsrechte mehr auf die Projekte haben. Die Genussrechtsinhaber sind also laut Definition zwar nachrangige Gläubiger der Genussrechtsgesellschaft, aber ohne Bankfinanzierung gibt es gar keine vorrangigen Gläubiger. Damit stehen die Projekte den Anlegern als Sicherheiten zur Verfügung.

Sämtliche Räder, die laut ihren Angaben in 2010  „ab 2012“ in Deutschland Strom produzieren sollten, nahmen ihren Betrieb auf. Vielmehr wurde die geplante Inbetriebnahme der Windparks um bis zu drei Jahre  in die Zukunft verschoben. Was ist der Grund?

Zunächst einmal meinen Sie wahrscheinlich, dass die Anlagen ihren Betrieb nicht aufgenommen haben. Wie Sie der Liste entnehmen können, gibt es hier die Datumsangaben „2012“ und „ab 2012“. Mit „ab 2012“ sind deshalb die Projekte gemeint gewesen, bei denen die Fertigstellung  ab dem Jahr 2012, aber eben nicht im Jahr 2012 liegen sollte. Eine klarere Wortwahl wäre vielleicht „frühestens 2012“. Deshalb wurden konkretere Termine logischerweise erst in den Jahren danach festgelegt. Die Projekte sind also nicht verschoben worden, sondern es sind lediglich die Errichtungstermine  konkretisiert worden.

Warum besitzt ein Unternehmen der Prokon Gruppe eine Cessna Caravan? Von wem wird dieses Flugzeug genutzt?

Diese Frage ist uns in der Vergangenheit öfters gestellt worden.

Es ist zutreffend, dass die PROKON Unternehmensgruppe im Jahre 2006/2007 eine Cessna Caravan angeschafft hat. Herr Rodbertus war zu der Zeit aktiver Fallschirmspringer, die Cessna war und ist auch heute noch an einen Fallschirmspringerverein zu marktüblichen Konditionen verchartert. Bereits in der Vergangenheit war es bei verschiedenen Geschäftsreisen günstiger, mit der firmeneigenen Cessna zu fliegen als eine der klassischen Fluggesellschaften, den Zug oder das Auto zu nutzen. Dies gilt insbesondere dann, wenn gleichzeitig mehrere Mitarbeiter zu einem Termin reisen müssen. Dies trifft heute für uns mehr denn je zu, denn aufgrund unserer dynamischen Entwicklung sind sehr viele Termine im Ausland wahrzunehmen. Insbesondere sind hier der Aufbau unserer eigenen Windenergieanlagenproduktion mit Geschäftspartnern und Zulieferern z. B. in England und Norwegen, die Projektierung von Windparks in Polen und Finnland sowie der Erwerb von Wald-flächen in Rumänien im Geschäftsfeld Biomasse zu nennen. Gelegentlich wird die Cessna aber auch an andere Unternehmen und die Bundeswehr verchartert. Der PROKON Unternehmensgruppe entstehen für ihre eigene Nutzung der Cessna Gesamtkosten von ca. 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr, denen aber eindeutig ein entsprechender Nutzen gegenüber steht.