PROKON in den Medien
PROKON bei ZDF WISO

14.01.2013

Wieder einmal möchte sich ein Wirtschaftsmagazin kritisch mit der PROKON Unternehmensgruppe auseinandersetzen. Diesmal ist es das Magazin WISO. Wie Sie an all den anderen, an dieser Stelle bereits veröffentlichten Antworten und Stellungnahmen zu Medienberichten über uns sehen können, kennen wir das schon und die Fragen wiederholen sich.

Wie Sie als Anleger oder Interessent es von uns gewohnt sind, stellen wir uns auch diesmal mit offenem Visier den Fragen. Unsere Erfahrung zeigt allerdings, dass hinter den Fragen meistens ganz andere Absichten stecken und die Fragen nur einen kleinen Teil des geplanten Fernsehbeitrages oder Zeitungsartikels widerspiegeln. Deshalb – und daran dürfen sich Redakteure und Journalisten gewöhnen – veröffentlichen wir auch diesmal sowohl die gestellten Fragen als auch unsere ausführlichen Antworten bereits vor der Sendung. So können Sie ganz genau erkennen, ob und an welcher Stelle von der WISO-Redaktion Aussagen gestaltet oder gekürzt wurden, um dem Zuschauer bestimmte Dinge und Gefühle zu suggerieren. Sie kennen das: Sätze aus Antworten werden nur teilweise zitiert und aus ihrem Zusammenhang gerissen, Interviews werden mitten im Satz abgeschnitten. Aber wir wollen natürlich nicht unfair sein und teilen der Redaktion also selbstverständlich mit, dass wir die Fragen und Antworten vorab auf unserer Internetseite veröffentlichen.

Uns ist bewusst, dass man sich natürlich angreifbar macht, wenn man so offen wie wir mit seinen Unternehmenszahlen umgeht und Transparenz wirklich lebt. Bevor wir uns der Beant-wortung der Fragen widmen, lassen Sie uns deshalb doch einmal darüber nach-denken, warum PROKON gerade jetzt wieder interessant für so eine Sendung sein könnte, nachdem es eine Zeitlang etwas ruhiger gewesen ist.

Vielleicht ist es das Übliche: Eine Gruppe ehemaliger Anleger ist immer noch unzufrieden mit ihrer Rendite, weil sie durch die Abschaffung der geschlossenen Fonds bei PROKON und die alleinige Ausrichtung auf Genussrechte „unerwartet“ Steuern zahlen musste. Steuern zahlt man allerdings nur auf Gewinne und es fällt schwer zu verstehen, dass man mit einer positiven Rendite nicht zufrieden sein kann. Diese Gruppe jubelt nun wahrscheinlich über ein Gerichts­urteil gegen uns und spannt wieder einmal die Medien vor ihren Karren. In dem Urteil wurde fest­gestellt, dass wir trotz positiver Rendite der Anleger grundsätzlich schadenersatz­pflichtig sind – natürlich nur, wenn überhaupt ein Schaden entstanden ist, und das konnte bisher noch keiner dieser ehe­ma­ligen Anleger nachweisen. Wie auch, wenn man mit seiner Anlage gar kein Geld verloren hat?

Für diejenigen von Ihnen, die den Hintergrund nicht kennen, holen wir mal ein bisschen aus: Im Jahr 2007 haben wir mit der Umstrukturierung der PROKON Unternehmensgruppe begonnen, die mittlerweile abgeschlossen ist. Im Laufe dieser Umstrukturierung haben wir alle Windparks, die zuvor aufgrund von Forderungen der Banken und Energieversorger in einzelnen Betriebs­führungs­gesellschaften betrieben wurden, direkt in das Eigentum der Genussrechtsgesellschaft überführt. Die Betriebsführungsgesellschaften – es handelte sich um Kommanditgesellschaften – haben wir aufgelöst und den Anlegern (Kommanditisten) die Wahl zwischen der Umwandlung ihrer Kommanditbeteiligungen in Genussrechte oder der Auszahlung mit einer fairen Rendite angeboten. Von 4.600 Kommanditisten hat sich der allergrößte Teil für die Umwandlung in Genussrechte entschieden und ist heute sehr zufrieden mit der Verzinsung. Einige haben sich aus eigener Entscheidung auszahlen lassen, die wenigen verbliebenen haben wir im Rahmen von Mehrheitsbeschlüssen ausgezahlt, um die Umstellung des Geschäftsmodells auf Genussrechte abschließen zu können und uns nicht von wenigen Einzelpersonen blockieren zu lassen. Und davon gibt es nun eine kleine Gruppe von geschätzt 50 Anlegern, die den Hals nicht vollkriegen können und unbedingt noch mehr Geld herausholen wollen. Dazu muss man wissen, dass das Modell der Kommanditanlagen vor allem für Anleger mit einem hohen Steuersatz interessant war, also Leute, die ein hohes Einkommen haben. Durch eine Kommanditbeteiligung an einem Windpark konnten diese Anleger die steuerlichen Verluste, die am Anfang eines solchen Projek­tes entstehen, weil der Windpark bezahlt werden muss aber noch keinen Strom produziert und deshalb noch keine Erträge erwirtschaftet, mit ihren sonstigen Einkünften (z. B. ihrem Gehalt aus einem Arbeitsverhältnis) verrechnen. Dadurch haben sie ihr Einkommen auf dem Papier gesenkt und mussten weniger Steuern zahlen. Kam der Windpark in die Gewinnphase, mussten die Anleger diese Gewinne versteuern, was ja nur fair ist. Genau dies geschah auch, als wir sie ausbezahlt haben. Vereinfacht gesagt: Waren bereits erzielte Gewinne plus Auszahlungs­betrag größer als die vom Anleger eingezahlte Einlage, musste dieser Gewinn vom Anleger versteuert werden. Trotzdem blieb natürlich eine ordentliche Rendite übrig. Das reicht manchen aber nicht und nun führen sie seit einigen Jahren ihren privaten Kleinkrieg gegen PROKON. Auch wenn diese Auseinandersetzungen für uns manchmal nervig sind, sind wir doch sehr froh, uns von diesem Modell der Geldanlage, das eindeutig die Besserverdiener bevorzugt, verab­schiedet zu haben. Heute haben wir nicht mehr 4.600 Kommanditisten, deren Hauptinteresse zum großen Teil das Steuernsparen ist, sondern rund 60.000 Genussrechtsinhaber aus allen Schichten der Bevölkerung, für die alle gleichermaßen – wie bei einem Sparbuch – dieselben steuerlichen Voraus­setzungen gelten. Damit sind die PROKON Genussrechte eine echte Kapital­anlage für die Mitte der Gesellschaft – und darauf sind wir sehr stolz.

Die zweite Möglichkeit: Mitbewerber um Windparkflächen versuchen, den Ruf von PROKON in der Öffentlichkeit zu schädigen. Wundern würde uns das nicht, denn mit aktuell 296 realisierten und über 2.500 in der Planung bzw. Umsetzung befindlichen Windkraftanlagen gehören wir nun einmal zu den stärksten Windparkentwicklern und -betreibern in Deutschland. Da kommt dem Wettbewerb ein böser Bericht über PROKON natürlich nur recht. Und da fast alle Wettbewerber ihre Windparks heute an Stadtwerke, Energiekonzerne, Versicherungsgesellschaften oder Finanzinvestoren verkaufen, sind wir bestimmt ein gewisser Störfaktor in diesem System, denn wir verkaufen unsere Projekte nicht, sondern beteiligen den „Normalbürger“ daran.

Oder steckt eine Bank dahinter? Im ersten Moment mag dieser Gedanke größenwahnsinnig klingen, aber immerhin haben wir 60.000 Anleger, die über 1 Milliarde Euro bei uns investiert haben. Geld, das sie also nicht bei ihrer Bank angelegt haben. Nun sind wir gewiss nicht „systemrelevant“ und der Staat würde nicht einspringen und uns retten, wenn es uns nicht gut ginge. Aber für die Banken sind wir ein ernst zu nehmender Wettbewerber. Wir wissen das auch deswegen, weil wir im Zuge der Umstrukturierungen nicht nur die Kommanditgesellschaften, sondern auch die Bankkredite fast vollständig aufgelöst haben und die Banken über den Verlust an Zinsen und Gebühren gar nicht glücklich waren. Heute finanzieren wir unsere Projekte zu mehr als 90 % mit dem Genussrechtskapital unserer Anleger. Nur noch ca. 6 % sind Bankdarlehen. Wir sind stolz darauf, dadurch nicht mehr Kunde eines Systems zu sein, das von Niedrigzinsen für die Sparer und Gebührenwahn lebt, um ausufernde Provisionen, Prunkbauten und schwindelerregend hohe Managergehälter zu bezahlen.

Nun zu den Fragen der WISO-Redaktion, die uns am 07.01.2013 erreichten:

1. Laut Ihren eigenen Angaben haben Sie mittlerweile fast eine Milliarde an Genussrechtskapital eingeworben. Warum braucht Prokon soviel Geld?

Wir haben dieses Geld nicht nur eingeworben, sondern damit Projekte realisiert, es also in Sachwerte investiert! Die PROKON Regenerative Energien GmbH („Genussrechtsgesellschaft“) ist Eigentümer und Betreiber von mittlerweile 49 Windparks in 6 deutschen Bundesländern und in Polen. Darüber hinaus ist sie 100%-iger Eigentümer des PROKON Pflanzenölwerks in Magdeburg und hat mit einem Investitionsvolumen von über 100 Mio. Euro die Holzindustrie Torgau finanziert.

Über die bereits getätigten Investitionen hinaus planen wir gegenwärtig zahlreiche weitere Windparks in Deutschland, Polen und Finnland. Wir gehen allein für die nächsten drei Jahre von einem zusätzlichen Investitionsvolumen von ca. 1,5 Mrd. Euro aus.

Genaueres können Sie unseren veröffentlichten Zahlen im Internet bzw. unserem Geschäftsbericht entnehmen.

2. Wieviel Geld hat Prokon in den vergangenen Jahren in Werbung (TV-Spots und andere Werbeausgaben) investiert?

In den 17 Jahren seit Unternehmensgründung haben wir allein im Geschäftsbereich Windenergie Umsatzerlöse in Höhe von 1,14 Milliarden Euro erzielt. Rechnet man die Erträge aus dem Einsatz von Genussrechtskapital in den Geschäftsbereichen Biogene Kraftstoffe und Biomasse in Höhe von 42,9 Mio. Euro noch hinzu, betragen die Umsatzerlöse der Genussrechtsgesellschaft 1,18 Milliarden Euro. Diese Erträge sind auf unserer Internetseite in der Position „Internes Finanzergebnis“ ausgewiesen.

Die Werbekosten für denselben Zeitraum von 17 Jahren, die Sie unserer Internetseite sicherlich entnommen haben, machen mit 69,7 Mio. Euro also gerade einmal 6 % der Umsatzerlöse aus. Dies sind die Kosten für sämtliche Werbeaktionen seit dem Jahr 1995, d. h. insbesondere für Postwurfsendungen, Informationsveranstaltungen, Plakatwerbung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Tage der offenen Tür und Fernsehwerbung.

Falls Sie sich fragen, wo wir die Provisionen für die Vertragsabschlüsse versteckt haben: nirgends! Bei PROKON bekommt niemand eine Provision, weder die Mitarbeiter des Kapital- und Stromvertriebs noch die Kollegen aus der Projektentwicklung. Der Verzicht auf Provisionszahlungen ist Teil des fairen und sozialgerechten Selbstverständnisses der PROKON Unternehmensgruppe – im Gegensatz zu Banken, Versicherungen und Großkonzernen, die zum Teil Provisionen in einer Höhe zahlen, die nur noch als asozial bezeichnet werden kann.

3. Von 1995 bis September 2012 hat Prokon (laut eigenen Angaben auf www.prokon.net) insgesamt über den gesamten Zeitraum und über alle Geschäfts­bereiche 192 Mio. EUR an Jahresüberschüssen erzielt, aber 214 Mio. EUR insgesamt an die Genußrechtsinhaber ausgeschüttet. Wie ist das betriebswirtschaftlich möglich, wie wurde die Differenz von 22 Mio. EUR finanziert?

Wie Sie der Internetseite ebenfalls entnehmen können, wurde die Differenz aus der Aufdeckung stiller Reserven geleistet. Die Erläuterung dazu befindet sich ebenfalls auf der Internetseite, und zwar in der Fußnote Nr. 10 zu derselben Übersicht. Hier noch einmal: Mit der Neuausrichtung der PROKON Unternehmensgruppe und der Zusammenführung aller Aktivitäten im Bereich der Windenergie unter der PROKON Regenerativen Energien GmbH muss die Gesellschaft die Wind-parks zu Herstellungskosten bilanzieren. Dieser Wertansatz weicht aber in der Regel erheblich vom Markt- bzw. Verkehrswert der Windparks ab, der unter anderem neben der Frage der Attraktivität von Windparks im Markt aber auch die tatsächlichen Windergebnisse am jeweiligen Standort, der Kostenstruktur des Windparks, wie zum Beispiel die Höhe der Pachten und die technische Verlässlichkeit der am Standort errichteten Windenergieanlagentypen berücksichtigt. Der Verkehrswert kann somit zu nicht bilanzierbaren stillen Reserven oder Lasten führen, die wir an dieser Stelle ausweisen. Sie werden erst mit einem Verkauf des Projektes realisiert und können von unseren dargestellten Werten abweichen. Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer hat die Gesellschaft den Wert der stillen Reserven und Lasten nachzuweisen, die somit auf Plausibilität geprüft werden.

Wie Sie sicher wissen, wenn Sie über unser Unternehmen recherchiert haben, haben wir in den letzten Jahren seit 2007 umfangreiche Veränderungen der Unternehmensstruktur vorgenommen und diese dadurch im Sinne unserer Anleger extrem vereinfacht. Die PROKON Unternehmensgruppe bestand in Spitzenzeiten aus bis zu 89 einzelnen Gesellschaften. Dabei handelte es sich neben den Kerngesellschaften für Projektentwicklung und Kapitalvertrieb insbesondere um die Betriebsführungsgesellschaften der einzelnen Windparks sowie die dazugehörenden persönlich haftenden Gesellschaften und Umspannwerksgesellschaften. Diese Struktur haben wir nicht etwa aus Spaß an Kompliziertheit geschaffen, sondern um entsprechenden Forderungen von Banken und Energieversorgern nachzukommen. Dies ist übrigens einer der Gründe, warum wir unsere Projekte heute weitgehend bankenunabhägig finanzieren. Bis zum letzten Jahr hat die Genussrechtsgesellschaft sämtliche Windparks schlüsselfertig von der PROKON Planungsgesellschaft (PROKON Energiesysteme GmbH) erworben. Wie bei einem Haus, bei dem sich der Marktwert ja nicht nur aus dem Wert der Steine, sondern auch aus der Planungsleistung des Architekten und der Lage des Grundstückes ergibt, verhält es sich auch bei Windparks. Wenn also in der Vergangenheit die Genussrechtsgesellschaft einen Windpark erworben hat, hat sie einen Preis gezahlt, den jeder andere Marktteilnehmer auch hätte zahlen müssen. Die Genussrechtsgesellschaft darf die Windparks jedoch nur zu dem reinen Materialwert (Herstellungskosten) bilanzieren. Um den durch die Planungsleistungen und die Standortwahl erzeugten Mehrwert trotzdem sichtbar zu machen, wird er in unseren Veröffentlichungen als so genannte stille Reserve ausgewiesen. Die Genussrechtsgesellschaft könnte also kurzfristig einen entsprechenden Gewinn realisieren, wenn sie ihre Windparks am Markt veräußern würde. Wie bereits oben erläutert, erfolgt die Bewertung der Windparks von uns nicht willkürlich, sondern zu drittvergleichbaren Marktpreisen, die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer von der Genussrechtsgesellschaft nachzuweisen und vom Wirtschaftsprüfer auf Plausibilität geprüft werden.

Da stille Reserven, wie der Name schon sagt, nicht in Form von Liquidität vorhanden sind, können Sie ja eigentlich nicht für die Auszahlung von Zinsen genutzt werden. Eine weitere Position in der Bilanz, die ebenfalls nicht liquiditätswirksam ist, sind die Abschreibungen, also der Wertverlust der Anlagegüter (Windparks). Dieser Wertverlust muss aber selbstverständlich auch erwirtschaftet werden, weil sonst das eingezahlte Genussrechtskapital ja an Wert verlieren würde. Die Abschreibung wird jedoch durch die Aufdeckung stiller Reserven wie oben beschrieben (über)kompensiert. Um die Abschreibungen zu kompensieren und den Wert des Genussrechtskapitals zu erhalten, müssen also keine neuen Investitionen getätigt werden, sondern diese Werte sind aufgrund der Aufdeckung der stillen Reserven bereits vorhanden. Das Kapital steht somit für die Zinsauszahlung zur Verfügung.

Bezogen auf die kumulierten Zahlen ist also nicht nur der Jahresüberschuss von 191,9 Mio. Euro zu betrachten, sondern auch die stillen Reserven, die in Höhe von 30,2 Mio. Euro aufgedeckt wurden. Zusammen reichen sie ohne weiteres aus, um die Zinszahlungen von 214,3 Mio. Euro zu bedienen.

4. Von Januar 2012 bis September 2012 hat Prokon (laut eigenen Angaben auf www.prokon.net) insgesamt über alle Geschäftsbereiche einen Jahresfehlbetrag von – 2 Mio. EUR erlitten, aber 53 Mio. EUR an die Genußrechtsinhaber ausgeschüttet. Hier stellt sich dieselbe Frage: Wie ist das betriebswirtschaftlich möglich, wie wurde die Differenz von 55 Mio. EUR finanziert?

Der oben beschriebene Sachverhalt gilt in gleicher, und aufgrund der jetzt erst durchgeführten Konsolidierung in besonderer Weise auch für das Jahr 2012.

Hier ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass wir hier bereits die entstandenen Zinsansprüche der Anleger bis zum September 2012 ausweisen. Da bei uns die Zinszahlungen immer im Juli bzw. Januar erfolgen, sind die dort ausgewiesenen Zinszahlungen für die Zeit von Juli bis September noch nicht geleistet. Dieses Kapital ist also zum September noch nicht aus der Genussrechtsgesellschaft abgeflossen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass die Monate Oktober bis Dezember zu den windstärksten Monaten zählen und damit die Umsatzerlöse der Windparks überproportional erhöht haben, so dass weitere Erträge für die Zinszahlungen erwirtschaftet werden.

Darüber hinaus sind sowohl im Bereich Biogene Kraftstoffe als auch im Bereich Biomasse Kapitalrücklagen in Höhe von 21,1 Mio. Euro aus Investitionszulagen und Fördermittel vor­handen, die aufgelöst werden können und damit ebenfalls für die Verzinsung des Genuss­rechtskapitals zur Verfügung stehen.

5. Laut Urteil des OLG Schleswig-Holstein vom 5. September 2012 ist es Ihnen untersagt, weiterhin damit zu werben, die Geldanlage bei Prokon sei "ebenso sicher wie die Geldanlage bei einer Bank". In einer für WISO durchgeführten Testberatung wurde unserer Testperson jedoch genau dies auch auf Nachfrage mehrfach so bestätigt. Was sagen Sie dazu?

Wir gehen davon aus, dass Sie mit „Geldanlagen bei einer Bank“ Produkte wie Girokonten, Sparbücher oder Festgeldkonten meinen, die der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen. Auch wenn wir diese Aussage in der Werbung und Beratung nicht tätigen dürfen und uns dafür entschuldigen, falls einer unserer Berater sie tatsächlich in dem von Ihnen dargestellten Wortlaut getätigt haben sollte, halten wir die PROKON Genussrechte im Vergleich zu diesen Bank-produkten dennoch sehr wohl für das sicherere Produkt. Dass Banken durchaus in Schieflage bis hin zur Insolvenz geraten können, hat die seit dem Jahr 2007/2008 andauernde Banken- und Finanzkrise mehr als einmal bewiesen. Unsere Genussrechte mögen zwar nicht der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen. Diese gilt aber ohnehin nur für Gelder auf z. B. Girokonten, Sparbüchern oder Festgeldkonten, jedoch nicht – wie viele Anleger irrtümlich glauben – auch für Fondsanteile oder Aktien, die sie über ihre Bank erworben haben. Außerdem ist die gesetzliche Einlagensicherung auf 100.000 Euro pro Kunde und Institut begrenzt. Nun mag man argumentieren, dass Banken und Sparkassen außerdem verschiedenen eigenen Sicherungsfonds angehören. Diese wären im Falle des Zusammenbruchs des Bankensystems aber faktisch nichts mehr wert. Wir halten das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit seiner über 20 Jahre gesetzlich festgeschriebenen Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energieträgern für eine deutlich bessere Absicherung unserer Kunden.

6. Laut demselben Urteil ist die Aussage ebenso unrichtig, dass der Anleger bei Ihnen direkt in Sachwerte investiert. In einer für WISO durchgeführten Testberatung wurde unserer Testperson jedoch gesagt, man investiere als Anleger direkt und ohne Umweg in eine Windkraftanlage. Auf die Nachfrage der Testperson hin, ob er durch die Anlage bei Prokon also Miteigentümer der Windparks werde, wurde dies ausdrücklich bejaht und als Argument für die Investition dargestellt. Was sagen Sie dazu?

Hier wollen wir einmal auf ein paar juristische Spitzfindigkeiten aufmerksam machen.

Das OLG hatte in seinem Urteil vom September 2012 bemängelt, dass in einem Werbeflyer aus dem Jahre 2010 der Eindruck erweckt wurde, dass die Genussrechtsgesellschaft unmittelbar Eigentümer der Windparks sei. Diesen Flyer verwenden wir bereits seit 2 Jahren nicht mehr. Zum damaligen Zeitpunkt hat die Genussrechtsgesellschaft noch als Darlehensgeber für die einzelnen Windparks fungiert. Grund hierfür war die damals übliche Strukturierung der Windparks als einzelne Kommanditgesellschaften (siehe Antwort zur Frage 3). Seitdem haben sich die Besitzverhältnisse grundlegend verändert. Mittlerweile befinden sich die Windparks im direkten Eigentum der Genussrechtsgesellschaft.

Wahrscheinlich spielen Sie hier darauf an, dass die Genussrechtsinhaber keine gesellschaftsrechtlichen Mitgliedsrechte wie z. B. Kommanditisten oder Aktionäre haben, also insbesondere keine Stimmrechte und kein direktes Eigentum an den Windparks haben. Selbstverständlich schulen wir unsere Berater dahingehend. Sollte einer unserer Berater tatsächlich die von Ihnen aufgeführte Aussage in dem von Ihnen dargestellten Wortlaut getätigt haben, hätte er dem Anrufer statt dessen besser folgendes erklären müssen: Was die Medien an uns kritisieren, ist die so genannte Nachrangigkeit der Genussrechte. Das heißt, im Falle der Zahlungsunfähigkeit würden aus der Verwertung des vorhandenen Vermögens zuerst die Banken und alle anderen vorrangigen Gläubiger bedient werden und erst zuletzt die Genussrechtsinhaber. Faktisch gibt es bei uns aber bis auf die verbliebenen 6 % Bankfinanzierung gar keine vorrangigen Gläubiger. Durch die heutige, weitgehend bankenunabhägige Finanzierung unserer Projekte sind die Genussrechtsinhaber mit über 90% die Hauptgläubiger der Genussrechtsgesellschaft und haben dementsprechend auch das Hauptverwertungsrecht auf alle Sachwerte und somit auch auf die Windparks. Selbst ohne direkte Miteigentümerschaft steht ein Genussrechtsinhaber bei PROKON deutlich besser da als ein Kommanditist eines vergleichbaren bankfinanzierten Projektes. Dort hat dann nämlich im Falle einer Schieflage die Bank das vorrangige Verwertungsrecht, während der Anleger sein Kapital vollständig oder zum großen Teil verliert. Und sein auf dem Papier vorhandenes Mitspracherecht nützt einem Kleinanleger gar nichts, weil er sich auf der Aktionärsversammlung gegen die Großaktionäre (in der Regel sind dies Banken, Versicherungen und Großkonzerne) ohnehin nicht durchsetzen kann.

7. In Ihrem Geschäftsbericht 2011 schreiben Sie auf S. 69, dass die Prokon Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2012 erstmals einen Konzernabschluss erstellen wird. Ist dies weiterhin geplant, und wann wird dieser Konzernabschluss veröffentlicht?

Wir haben bereits mit den notwendigen Vorbereitungsarbeiten für den Konzernabschluss begonnen. Der Prüfungsauftrag an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist bereits erteilt. Dies spiegelt sich auch bereits in der Form der Veröffentlichung der Zahlen auf unserer Internetseite wider. Wir gehen davon aus, dass der Konzernabschluss Mitte des Jahres vorliegen wird.