|
Das traditionell zur Firmenphilosophie der PROKON Unternehmensgruppe gehörende Engagement für eine umweltfreundliche und nachhaltige Energieversorgung bleibt schon lange nicht mehr nur auf Deutschland beschränkt. Was Weihnachten 2004 als Spendenaktion begann, hat sich mittlerweile zu einem eigenen Geschäftsbereich entwickelt. Unsere Tochtergesellschaft in Tansania, die PROKON Renewable Energy Ltd., baut die energiehaltigen Ölpflanze Jatropha an und stellt daraus Jatropha-Öl her, das sich hervorragend als Dieselersatz eignet.
Warum produzieren wir auch in Tansania? Die Anbauflächen für Energiepflanzen in Deutschland sind begrenzt, so dass die Suche nach alternativen Märkten unerlässlich ist. Mit diesem Projekt verbinden wir die nachhaltige Förderung der Region Mpanda mit der Erschließung neuer Energiequellen für eine zukunftsweisende Energieversorgung.
Wie alles begann
Seit Jahren schon verzichtet PROKON zu Weihnachten auf den Versand teurer Geschenke. Stattdessen unterstützen wir engagierte Hilfsprojekte in den ärmsten Regionen der Welt. Im Jahr 2004 kam uns die Idee, nicht einfach an eine gemeinnützige Institution zu spenden, sondern unser eigenes Wissen gezielt mit Entwicklungshilfe zu verbinden. Wohlstand ist immer auch eine Frage nachhaltiger und preisgünstiger Energieversorgung. Aus diesem Bewusstsein heraus war schnell klar: unser Engagement gilt dem „vergessenen Kontinent“ Afrika. Gerade in den ländlichen Gebieten Ostafrikas werden zur Stromerzeugung verstärkt Dieselgeneratoren eingesetzt. Die Grundversorgung mit Elektrizität hierzulande eine Selbstverständlichkeit - wird dadurch angesichts der Verknappung von Erdöl zu einem teuren Luxus.
Grundlage für eine unabhängige regionale Entwicklung
Inzwischen bauen über 16.000 Farmer die gegen Dürre unempfindliche Ölpflanze Jatropha als perfekte Ergänzung zu ihrer eigenen landwirtschaftlichen Selbstversorgung an. PROKON beschäftigt aktuell 29 ortsansässige Mitarbeiter, die den Anbau der Jatropha-Pflanze betreuen und koordinieren. So hat PROKON nicht nur Arbeitsplätze, sondern vor allem die Grundlage für eine unabhängige regionale Entwicklung geschaffen. Denn die Farmer, die Jatropha anbauen, haben auch eine zusätzliche Sicherheit: Durch das Projekt der PROKON Unternehmensgruppe erhalten sie eine finanzielle Perspektive, um ihre Kinder in die Schule zu schicken, Wasservorratssysteme anzulegen oder Brunnen zu bohren, von denen in Dürrezeiten die ganze Region profitiert.
PROKON hat sich bewusst für die Energiepflanze Jatropha entschieden. Traditionell wird die Jatropha-Pflanze als Schutzhecke für andere Nutzpflanzen eingesetzt. Außerdem ist Jatropha nicht essbar, so dass sie von Tieren gemieden wird. Durch diese Eigenschaften profitieren die Farmer gleich mehrfach vom Jatropha-Anbau: Der Lebensmittelanbau ist weiterhin möglich, und der ergänzende Verkauf der Jatropha-Nüsse bietet eine zusätzliche Einnahmequelle.
Die Jatropha-Pflanze ist ein Strauch. Die erste größere Ernte erfolgt zwar erst nach 3-4 Jahren, dafür trägt die Pflanze dann aber bis zu 50 Jahre lang jedes Jahr Früchte, ohne dass eine neue Anpflanzung erfolgen muss.
Wussten Sie, dass die Jatropha-Pflanze zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehört, deren bekanntester Vertreter in unseren Breiten der Weihnachtsstern ist? Auch der Kautschukbaum und die Maniokpflanze sind mit Jatropha verwandt.
Eine Idee, große Schritte und erste Erfolge
Im August 2007 konnte auf dem PROKON Firmengelände im tansanischen Mpanda erstmals Öl aus Jatropha-Nüssen aus eigenem Anbau gewonnen werden. Das gepresste Öl wurde erfolgreich in den firmeneigenen Traktoren und Schleppern als Kraftstoff eingesetzt. Damit im ausreichenden Maße Kraftstoff in hoher Qualität gefertigt werden kann, wurde im Jahr 2008 mit dem Bau einer Ölmühle begonnen, für 2010 ist die Inbetriebnahme geplant. Bei einer positiven Entwicklung der Ernteerträge kann dann vor Ort hochwertiges Jatropha-Öl hergestellt werden.
Wichtig für die PROKON Genussrechte
Bisher investiert PROKON in sein Tansania-Projekt noch kein Genussrechtskapital, sondern finanziert es ausschließlich aus eigenen Mitteln. Im Vordergrund des Projektes steht die Versorgung des lokalen Marktes mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff und damit eine Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen durch bezahlbare Energie. Das Öl soll zunächst auf dem lokalen Markt abgesetzt werden. Bei Ernteerträgen, die die örtliche Nachfrage übersteigen, bietet der europäische Markt hervorragende Absatzchancen. Daher ist dann auch der Export nach Deutschland und der exklusive Vertrieb durch PROKON vorgesehen. Denn trotz der Transportkosten und fairer Abnahmepreise liegen die Bezugskosten des Jatropha-Öls unterhalb der deutschen Produktionskosten von Rapsöl, das PROKON bisher an seinen Tankstellen verkauft. Da ein solcher Handel dazu beitragen kann, das Jahreseinkommen eines tansanischen Farmers mehr als zu verdoppeln, profitieren alle Beteiligten vom Projekt der PROKON Unternehmensgruppe.
Jatropha curcas L. (auch Purgiernuss genannt) ist damit eine vielversprechende Alternative für das Zeitalter nach dem Erdöl. Genau hier liegen in absehbarer Zeit neben der Windenergie die Möglichkeiten für einen gewinnbringenden Einsatz von Genussrechtskapital. PROKON geht davon aus, dass die Produktion von Jatropha-Öl in Tansania in naher Zukunft mehr als kostendeckend sein wird. Da das Projekt noch in den Anfängen steckt und sowohl Anbauflächen als auch Transport- und Absatzwege noch ausgebaut werden müssen, lässt sich die Produktionsmenge nur allmählich steigern. Erst dann sind die Voraussetzungen für den Einsatz von Genussrechtskapital gegeben. Denn grundsätzlich setzt PROKON Genussrechtskapital nur für Projekte ein, mit denen eine Verzin-sung von mindestens 6 % pro Jahr erreicht werden kann.
Mehr über die Entwicklung unseres Tansaniaprojektes erfahren Sie in unseren Rundbriefen 16, 18, 19, 20 und 23, 30 und 31, die sie im Bereich Downloads herunterladen können.
Besuchen Sie auch auf die Homepage der PROKON Renewable Energy Ltd. unter
www.prokon-tanzania.com
|