PROKON Biomasse

Die Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Im Jahr 2010 weitete PROKON seine Tätigkeit auf die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz aus und arbeitet seitdem in einer engen Kooperation mit einem holzverarbeitenden Unternehmen, der Holzindustrie Torgau OHG, zusammen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt engagiert PROKON sich bei der Holzindustrie Torgau in Form der Unternehmensfinanzierung und ist der einzige Kapitalgeber. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Holzindustrie Torgau möglich. Dies hängt jedoch von steuer- sowie förderrechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Sinnvolle Erstnutzung des Holzes

Die Flächen für die Errichtung von Windenergieanlagen an Land sind bekanntermaßen begrenzt. Ein Ausweg wird im Bau von Windparks auf hoher See gesehen (Offshore-Windparks). PROKON betrachtet diese Entwicklung jedoch äußerst kritisch, unter anderem weil der auf See erzeugte Strom deutlich teurer ist als Strom aus Windkraftanlagen an Land. Eine andere Möglichkeit für den Ausbau der Windenergie ist die Nutzung bisher nicht nutzbarer Flächen, insbesondere die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern. Windkraftanlagen erreichen heute Nabenhöhen von über 100 Metern und können damit deutlich über Baumwipfel und auch über die Flughöhe von Vögeln im Wald hinausragen.

Im Rahmen der Planung möglicher Windparks in Waldflächen entstand der Kontakt zur Holzindustrie Torgau als Waldeigentümer. Das Säge- und Produktionswerk deckt von forstwirtschaftlichen Dienstleistungen wie der Holzernte für den Waldbesitzer bis zum Verkauf der fertigen Produkte die gesamte Wertschöpfungskette ab. Weil der Rohstoff Holz viel zu wertvoll und – so wie andere Rohstoffe in der Vergangenheit auch schon – in Zukunft wahrscheinlich knapper werden wird, war beim Einstieg in den Bereich Biomasse die Nachhaltigkeit, also die 100%-ige Verwertung sowie die sinnvolle Erstnutzung des Holzes, für PROKON besonders wichtig. Das heißt: Nicht jeder Baum aus dem Wald gehört sofort in den Kamin.

Die Holzindustrie Torgau verfügt über eine Kapazität zur Herstellung von über 20.000 Holzpaletten pro Tag. Sie ist mit über 460 Mitarbeitern einer der modernsten Palettenhersteller in Europa und hält in Deutschland einen Marktanteil von rund 10 %. Paletten sind für die Beförderung von Waren unabdingbar. Allein im Jahr 2010 wurden in Deutschland fast 79 Mio. Holzpaletten hergestellt, knapp 14 % mehr als im Jahr 2009.

Die Sägereste und Holzabfälle werden vorrangig zur Herstellung von Spanplatten bzw. MDF/HDF-Platten sowie an die Papierindustrie verkauft, Rinden kommen im Garten- und Landschaftsbau zum Einsatz. Darüber hinaus wird ein Teil der Säge- und Holzabfälle im unternehmenseigenen Biomasse-Heizkraftwerk verbrannt. Dort wird Strom für die Produktion der Paletten erzeugt. Überschüsse aus der Stromproduktion werden, wie bei der Windenergie, an die Energieversorger zu Festpreisen verkauft. Auch die Wärme, die bei der Stromproduktion entsteht, geht nicht wie in konventionellen Kraftwerken verloren, sondern wird für die Trocknungsprozesse des Palettenwerkes eingesetzt. Aus darüber hinaus anfallenden Sägespänen werden Holzpellets hergestellt, die im Wärmemarkt schon heute eine kostengünstige Alternative zu Öl und Gas sind.

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Wald - eine krisenfeste Investition

Ebenso wie in seinen Geschäftsbereichen Windenergie und Biogene Kraftstoffe, verfolgt PROKON auch im Bereich Biomasse das Ziel einer größtmöglichen Unabhängigkeit von den Banken. Darüber hinaus möchte PROKON sich auch unabhängig machen von der Preisspirale an den Rohstoffbörsen, der Marktmacht der Großkonzerne und einer künstlichen Rohstoffverknappung, durch die die Preise durch Spekulanten künstlich hoch gehalten werden. Der nächste logische Schritt ist deshalb, eigene Waldbestände zu erwerben, um eine unabhängige Versorgung der Holzindustrie Torgau sicherzustellen.

Wald stellt eine extrem krisensichere Investition in Sachwerte und damit eine werthaltige Absicherung des Genussrechtskapitals dar. Als Privatperson mag einem zunächst nur der Heizwert des Holzes im eigenen Ofen in den Sinn kommen. Die tatsächliche Werthaltigkeit von Holz liegt jedoch in der Wertschöpfung im Veredelungsprozess. Ebenso wie Strom, den PROKON in seinem Geschäftsbereich Windenergie auf umweltfreundliche Weise erzeugt, wird auch Holz immer benötigt, zunächst z. B. als hochwertiger Baustoff oder zur Herstellung von Möbeln, aber eben auch in Form von Transportpaletten oder in Form von Pellets und Holzbriketts als nachwachsender Energie- und Wärmespender. Selbst genutzter Wald gilt somit als ein besonders sinnvolles und wertstabiles Investment, das in Zeiten hoher Inflation dazu beiträgt, Vermögensverluste zu verhindern.

In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen verfügt HIT bereits über eigene Waldflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 3.000 Hektar. Für eine vollständige Versorgung der Werke ist dies nicht ausreichend. In Deutschland ist der Erwerb größerer Waldflächen jedoch nicht möglich, da sich die Wälder relativ kleinteilig im Besitz von Städten, Gemeinden, Körperschaften, des Staates oder in privater Hand befinden. Auch die großen Waldflächen in den Neuen Bundesländern wurden nach dem Mauerfall nicht an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, sondern an neue Privateigentümer veräußert. Die entstandenen Flächen sind lediglich etwa 200 bis 1.000 Hektar groß.

Seit Ende 2010 erwirbt HIT daher größere Waldflächen in Rumänien. Waldflächen machen in Rumänien insgesamt 27 % der Landesfläche aus. Früher dienten die Wälder vor allem der Jagd, sie wurden forstwirtschaftlich nicht genutzt und auch nicht instand gehalten. Auch wenn die Wälder in Osteuropa heute wieder mehr genutzt werden, gelten hier die europäischen Richtlinien, die nur eine nachhaltige Forstwirtschaft wie in Deutschland zulassen und damit Raubbau und Kahlschläge verhindern sollen. HIT konnte bereits 18.450 Hektar Wald in Rumänien erwerben (Stand: Januar 2014). Aufgrund der klimatischen Bedingungen in Rumänien beträgt der jährliche Holzzuwachs je nach Baumart mehr als 10 Festmeter je Hektar und Jahr und ist damit deutlich größer als in deutschen Wäldern.

Der Sitz der rumänischen Tochtergesellschaft der HIT befindet sich in Sibiu (Hermannstadt) in Siebenbürgen. In den von deutschen Siedlern gegründeten Städten in Siebenbürgen sind zahlreiche deutsche Unternehmen angesiedelt, so dass dort eine vertraute Kultur vorzufinden ist. Darüber hinaus ist es inzwischen auch gelungen, ein eigenes Forstamt in Ceahlău (gesprochen »Tscheachlau«) in der Region Neamţ (gesprochen »Neamts«) zu gründen. Damit ist HIT berechtigt, die erworbenen Waldflächen selbst zu verwalten und zu bewirtschaften und es besteht keinerlei Abhängigkeit mehr vom staatlichen Forstamt RomSilva. Vor Ort wurden bereits mehrere Forstarbeiter eingestellt und einige Tausend Festmeter Holz geerntet. Die ersten Züge sind bereits in Torgau eingetroffen. HIT verfügt über einen eigenen Güterzug mit 35 Waggons sowie über langjährige Erfahrungen im Bereich des Holztransportes aus verschiedenen europäischen Ländern. Der Erwerb eigener Waldflächen zur unabhängigen Versorgung der HIT-Werke ist ein weiterer Schritt in der konsequenten Umsetzung der PROKON Unternehmensphilosophie »Alles aus einer Hand«.

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