PROKON Unternehmensgruppe

Zielabweichungsverfahren für PROKON P3000 Testfeld nach nur 8 Monaten genehmigt

11.12.2012

Für jemanden, der im deutschen Genehmigungsrecht nicht bewandert ist, wird diese Überschrift zu einem Kopfschütteln führen oder zumindest ein großes Fragezeichen auf die Stirn zaubern. Worum geht es also?

Das PROKON eine eigene, getriebelose Windenergieanlage (P3000) entwickelt,  hatten wir ja bereits mehrfach berichtet. Natürlich müssen die ersten Prototypen auch ausführlich getestet werden. Und zwar am besten an einem nahe gelegenen Teststandort, damit das Verhalten aller technischen Komponenten in der Praxis detailliert beobachtet und dokumentiert werden kann. Um hier schnell zum Ziel zu kommen und nicht erst das sonst übliche Raumordnungsverfahren, dass schnell mal 3 bis 4 Jahre dauern kann, zu durchlaufen, entschieden wir uns für ein so genanntes Zielabweichungsverfahren.

Dadurch können auch Flächen, die sonst nicht die üblichen Anforderungen des Regionalplanungsverfahrens erfüllen, genehmigt werden. Gute Standorte hatte PROKON natürlich einige in der Vorbereitung, allerdings keinen in unmittelbarer Nähe des Produktionsstandortes Itzehoe. So ist z. B. eine Forderung im Regionalplan, dass die Fläche auf der ein Windpark errichtet wird, mindestens 20 ha betragen soll. Möchte man also eine Windenergieanlage auf einem kleineren Areal errichten, weicht man vom Ziel des Regionalplans ab. Da es im nur 15 km entfernten Nortorf jedoch eine geeignete Fläche gab, die aber aufgrund der zu kleinen Fläche aus der Regionalplanung gefallen war, wurde hierfür ein Zielabweichungsverfahren vorbereitet. Wir beantragten also sozusagen eine Sondergenehmigung.

Wie jede Sondergenehmigung, muss eine solche auch entsprechend gut begründet sein, könnte sonst doch jeder sich zum „Sonderfall“ erklären und damit das gängige Genehmigungsverfahren aushebeln. Allein das Argument, einen Teststandort in der Nähe des Firmensitzes zu benötigen, ist da noch nicht ausreichend. Aber wir konnten für unseren Prototypen der P3000 noch einiges mehr ins Feld führen. Wir haben die Anlage eigenständig entwickelt, sie unterscheidet sich von gängigen Windkraftanlagen und sie verzichtet auf ein Getriebe.

Schnell waren alle Antragsunterlagen zusammengetragen und schon im März 2012 konnte, auch aufgrund der sehr kooperativen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nortorf, das notwendige Zielabweichungsverfahren für unser Testfeld vom zuständigen Amt Wilstermarsch angeschoben werden.

Offenbar konnte unsere Konzept überzeugen, denn nach nur 8 Monaten erhielten wir jetzt vom Innenministerium die Mitteilung, dass das Zielabweichungsverfahren erfolgreich abgeschlossen wurde. Insofern ist auch der Beweis erbracht, dass Genehmigungsverfahren bei konstruktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten durchaus in kurzer Zeit über die Bühne gehen können. Jetzt gilt es „nur“ noch, für die Prototypanlage die üblichen Nachweise über die Erfüllung der Anforderungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz hinsichtlich Geräuschentwicklung, Mindestabständen und Ausgleichsmaßnahmen zu erbringen.

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